Hohensyburg - Die Kirche St. Peter Übersicht

Die Kirche St. Peter in Syburg (Foto von Franz Luthe)

Die Kirche (5)

Die Vorgängerin der heutigen evangelischen Kirche St. Peter wird erstmals in den Lorscher Annalen, anläßlich eines Wiedereroberungsversuches der Sachsen, als Basilika genannt (siehe Abb. 1). 799 wurde sie nach der Überlieferung durch Papst Leo III. in Anwesenheit von König Karl und vielen anderen Würdenträgern unter dem Namen St. Peter (Hauspatron der Karolinger) geweiht.
Zur Weihe wurde als Hauptreliquie das Haupt (Hirnschale) der St. Barbara überreicht. Dieser frühen Übergabe einer Reliquie der heiligen Barbara lag vermutlich ihre Verehrung als Schutzpatronin der Bergleute zugrunde. Archäologisch ist der frühe Eisenerzabbau in Syburg und Umgebung belegt.
Gleichzeitig erhielt Syburg 799 Marktrechte und die Einrichtung einer Wallfahrt am Tage St. Markus. So brannte 1297 Dortmund bis auf drei Steinhäuser ab, weil zum Zeitpunkt des Brandes alle löschfähigen Männer die Wallfahrt nach Syburg machten.

Um 1100 wurde dann die jetzige Kirche als Wehrkirche (siehe Abb. 2) erbaut. Der Westturm wurde vermutlich Ende des 12. Jahrh. angebaut.

1253 erwirkten die Herren von Sieberg eine Päpstliche Bulle zur Ablaßerteilung.

Die Reformation begann vermutlich 1570 unter Pastor Werlemann. Urkundlich belegt ist die Reformation allerdings erst 1589, und zwar durch den reformierten Pastor Luermann. Er schrieb nieder, daß er alles vernichtet habe, was an Papst- und Heidentum erinnere. Dadurch läßt sich die vorreformatorische Zeit nur schwierig belegen.

1673 wurde die Kirche im Zuge der französischen Raubkriege durch Feuer zerstört.

1688 wurde der gotische Chor errichtet, dafür wurden noch stehengebliebene Teile der Vorkirche abgerissen.

Im März 1945 wurde das Langhaus durch eine Fliegerbombe fast gänzlich zerstört. Bei dem Wiederaufbau 1953-54 ging der Wehrkirchencharakter verloren.

Der Kirchhof

Der Kirchhof war bis 1820 der einzige Friedhof des Reichshofes Westhofen und seitdem immer noch für die Gemeinden Garenfeld und Syburg zuständig, bis er 1880 endgültig geschlossen wurde.
Dieser Friedhof hat 190 Grabsteine und 20 weitere in der Kirche, darunter drei aus karolingischer Zeit (vermutlich 780-850, was einmalig in Westfalen ist). Von den karolingischen Steinen befindet sich einer in der Kirche und zwei Steine sowie ein weiterer aus ottonischer Zeit auf dem Kirchhof. Die Steine, die zwölf Bürgermeistern aus der reichsfreien Zeit des Reichshofes Westhofen gewidmet waren und viele zweit- und drittgenutzte Steine lassen eine kontinuierliche Belegung von ca. 800 bis 1880 (Schließung des Friedhofes) nachweisen. Der Kirchhof mit den Grabsteinen in der Kirche ist durch sein Alter und viele gut erhaltene Steine einmalig im weitesten Umkreis. Kritisch muß angemerkt werden, daß durch die Verkleinerung des Kirchhofes 1865, durch einen Bombenschaden 1945 und durch einige Diebstähle ca. 60 Steine vermißt werden.

Ausgrabungen:
1951-52 C. Albrecht,
1976-77 Ph. R. Hömberg, W. Kuhlmann,
1983 G. Isenberg, W. Kuhlmann

Quellen:
Lorscher Annalen (Annales Laurissenses), National Bibliothek Paris, Sig. Latin 10.911

(Text: † Willi Kuhlmann, Dortmund-Syburg)




siehe auch:

(† Willi Kuhlmann)

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Stand: 3.12.2003